Gib mir meine Ehre zurück ! – Valentin Szene – Dialog

DIE VALENTIN SZENE – FAUST TEIL I

Der Soldat Valentin ist der Bruder Gretchens und tritt erstmalig in der Szene „Nacht“ in Erscheinung. In einem längeren Monolog äußert Valentin seine Verärgerung und Enttäuschung über Gretchen, welche ins Gerede der Leute gelangen ist. Ernüchtert stellt er fest, dass er früher nicht angreifbar gewesen sei und dass seine Schwester als „Zier vom ganzen Geschlecht“ (V. 3636) gegolten habe, sich nun aber schuldig gemacht habe. Valentin sieht sich in seiner Ehre verletzt, er befürchtet, sich von jedem „Schurken“ – zu Recht, wie er findet, – beschimpfen lassen zu müssen (V. 3641, 3645).Faust_Schauspiel02 Continue reading

Renovierung der Hexenküche

Wir stapften durch den dunklen Wald. Wohl hätte ich uns auch mit Magie befördern können, jedoch half die kühle Nachtluft dem alten Faust wieder etwas klarer zu werden.Die Bäume in diesem Teil des Waldes standen so dicht, dass kein Mondlicht durch das Blätterwerk dringen konnte. Trotzdem konnte ich in einiger Entfernung ein Licht entdecken. „ Schau, dort hinten ist es schon“, zischte ich Faust zu, doch seine ermüdeten Augen waren anscheinend nicht mehr in der Lage das Glimmen in der Ferne auszumachen. Ohne Erklärung bahnte ich mir weiter einen Weg durch Continue reading

Sprichwörter und Redewendungen – Gestern und Heute 2

unnamed-1„Denn was man schwarz auf weiß besitzt, // Kann man getrost nach Hause tragen.“ – Faust I, Vers 1966 f. / Schüler

Etwas amtlich bzw. offiziell zu besitzen. Also eine auf Papier gedruckte Erklärung. Im Buch sagt dieses Sprichwort ein Schüler zu Mephistopheles und bezieht sich auf eine Urkunde, die bezeugt, dass er in Lehre war.

Wurde in dieser Fassung in Faust zum ersten mal in der deutschen Sprache verwendet.


„Die Zeiten der Vergangenheit // Sind uns ein Buch mit sieben Siegeln.“ – Faust I, Vers 575 f. / Faust Continue reading

Sprichwörter und Redewendungen – Gestern und Heute 3

unnamed-1„Name ist Schall und Rauch.“ – Faust I, Vers 3456 f. / Faust

Herkunft: (= etwas, das schnell verfliegt und nur von kurzer Dauer ist)

Diese sprichwörtliche Redensart ist ein Zitat aus Goethes „Faust I“, Szene „Marthens Garten“. In der Szene stellt Margarete Faust die so genannte „Gretchenfrage“: „Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?“. Faust erläutert ihr darauf seinen erweiterten Gottesbegriff: „Nenn‘ es dann wie du willst, / Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott! / Ich habe keinen Namen / Dafür! Gefühl ist alles; / Name ist Schall und Rauch, / Umnebelnd Himmelsglut.“


„Mir wird von alledem so dumm, // als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.“ – Faust I, Vers 1946 f. / Schüler Continue reading